Wir haben es satt!

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Greenpeace Münsingen gemeinsam mit anderen regionalen Akteuren für eine faire, regionale und ökologische Landwirtschaft

Ca. 50.000 demonstrierten am Samstag, den 17. Januar auf der "wir haben es satt!" in Berlin gegen globalisierte Agrarindustrie mit Gentechnik und Pestizideinsatz und Freihandelsabkommen wie TTIP und CETA. Gerne wären wir dabei gewesen, die schönen Bilder von der Demo in Berlin sprechen für sich.

Statt nach Berlin zu fahren, haben wir lokal bei uns in Münsingen den regionalen Wochenmarkt mit weiteren Ständen bereichert und eine eigene "Wir haben es satt!" gefeiert. So konnten wir die Forderungen des Berliner Großevents auch hier in Bevölkerung und Presse hinein tragen. Neben Greenpeace waren die Eine-Welt-Initiative mit einem Stand des Münsinger Weltladens, die Initiative gentechnikfreies Metzingen/Ermstal, Andreas Jannek vom örtlichen Bioladen mit einem Stand und Landwirte  von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft dabei. Außerdem schlossen sich die Marktstände der Initiative an und informierten über ihre Betriebe. Wir veranstalteten eine Volksküche mit veganer Suppe, die den kalten Januarmorgen vergessen ließ. Die Zutaten - alle Bioqualität - waren uns großzügig von verschiedener Stelle gespendet worden. So konnten am Ende tatsächlich alle satt nach Hause gehen. Viel wichtiger aber war, dass alle Beteiligten gesehen haben, dass es hier bei uns eine starke Bewegung für faire, regionale und ökologische Landwirtschaft gibt. Eine Erfahrung, die sich nur machen lässt, wenn die Akteure zusammen kommen und sich austauschen. Auch darum freuen wir uns über die 50.000 Besucher in Berlin und ca. 50 in Münsingen. 

Was wir satt haben ist schnell erklärt: Mehr und mehr muss eine bäuerliche Landwirtschaft der Agrarindustrie weichen. Bauern müssen ihre Höfe aufgeben, Billigfleisch überschwemmt die Märkte und Monokulturen werden zur Regel. Der Einsatz von Pestiziden und Gentechnik ist weltweit auf dem Vormarsch und die Freihandelsabkommen TTIP und CETA schaffen die Rechtsgrundlage für eine globale Industrialisierung der Landwirtschaft.  Darum ist klar: Wenn wir dem nicht Einhalt gebieten, wird die Entwicklung sich so fortsetzen. Die unten stehenden Links sowie das auf dieser Webseite eingebundene Video und das Podcast bieten weitere Informationen.

Eine bäuerliche und ökologische Landwirtschaft verdient unseren Respekt und unsere Wertschätzung. Dass eine solche Landwirtschaft die Weltbevölkerung tatsächlich ernähren kann, belegen neueste wissenschaftliche Studien (siehe unten). Es sind einzig wirtschaftliche Interessen von Großkonzernen und der oftmals fehlende politische Wille, der eine Agrarwende verhindert. Statt einer Landwirtschaft, die uns mit gesunden Lebensmitteln versorgt, wird so eine Agroindustrie gefördert, die mit mehr und mehr Landverbrauch den Klimawandel vorantreibt und durch immer weiter gesteigertem Gifteinsatz die Resourcen vernichtet, die wir zur Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung dringend benötigen. Der verantwortungslose Einsatz von Gentechnik - in den USA und Kanada ohne Kennzeichnungspflicht - stellt einen Eingriff in die Ökosysteme dar, der, einmal auf dem Acker, nicht mehr gut zu machen ist. Derzeit müssen wir besonders achtsam sein, denn unsere Standards und mehr noch unser gesamtes demokratisches und soziales System sind durch Freihandelsabkommen massiv bedroht. Wer sich gegen diese Abkommen einsetzen möchte, findet unten einen Link auf eine Unterschriftenliste gegen TTIP.

Weiterführende Links

"Wir haben es satt!" in Berlin (Webseite der Demo mit Link auf Bilder)
Impressionen von der Berliner Demo (Greenpeace)
Greenpeace Position zu Landwirtschaft
"Öko kann die Welt ernähren" - Ergebnis einer aktuellen Studie
Hintergrundinformationen zum Freihandelsabkommen TTIP von Greenpeace Deutschland
Auswirkungen von TTIP und CETA (Studie im Auftrag von Bündnis 90/die Grünen)
Bürgerinitiative gegen TTIP und CETA (mit Unterschriftenliste)