Für gentechnikfreies Saatgut

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Ende Mai wurde bekannt, daß auf einem Feld in Baden-Württemberg Mais ausgesät wurde, der mit gentechnisch verändertem Mais verunreinigt war. Der Anbau von gv- Mais ist in Deutschland nicht zugelassen – auch nicht in kleinen Mengen. Für die Münsinger Greenpeace-Gruppe sowie für den Arbeitskreis Gentechnik-Freies Ermstal ein Anlaß, aktiv zu werden.

Es war nur eine kleine Zeitungsnotiz, die über diesen Vorfall berichtete – und die gerade in diesen „Corona-Zeiten“ gerne übersehen wird. Die Notiz weckte ungute Erinnerungen an das Jahr 2010, als in mindestens fünf Bundesländern auf ca. 2.000 ha Ackerfläche Maissaatgut ausgesät wurde, welches durch nicht zum Anbau zugelassene gentechnisch veränderte Organismen (GVOs) verunreinigt war. Damals wie heute stammte das verunreinigte Saatgut aus dem Land Niedersachsen und die betroffenen Flächen mußten auf Anordnung der zuständigen Behörden umgebrochen werden.

Nach jetzigem Wissensstand ist das Ausmaß der betroffenen Ackerfläche glücklicherweise wesentlich kleiner als vor zehn Jahren. Dennoch: Aus gutem Grund existiert in der EU ein Reinheitsgebot für Saatgut. Landwirte sollen sich darauf verlassen können, daß sie nicht ungewollt und unwissentlich Gen-Pflanzen aussäen. Ohne gentechnikfreies Saatgut ist eine gentechnikfreie Landwirtschaft nicht möglich. Eine schleichende Einführung der Gentechnik durch das Zulassen von geringen Spuren im Saatgut ist nicht akzeptabel.

Deshalb ist es wichtig, Saatgut zu testen und verunreinigtes Saatgut rechtzeitig aus dem Verkehr zu ziehen. Mit einem Schreiben an das niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, haben sowohl die Münsinger Greenpeace-Gruppe als auch der Arbeitskreis Gentechnik-Freies Ermstal darauf hingewiesen, wie wichtig der Erhalt der gentechnikfreien Landwirtschaft nach wie vor ist. Beide Schreiben enden mit der Aufforderung, gemeinsam mit den Landwirtschaftsministerien der anderen Bundesländer eine Vorgehensweise zu beschließen, die eine erneute Wiederholung der ungewollten und unwissentlichen Aussaat von gentechnisch verunreinigtem Saatgut ausschließt.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger können die Forderung unterstützen, in dem sie sich ebenfalls mit einem Schreiben an das niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz wenden und damit zeigen, daß sie auch kleine Randnotizen registrieren und ihnen die gentechnikfreie Landwirtschaft ein Anliegen ist. Bereits fertig ausgedruckte Briefe sind im Naturkostladen Löwenzahn zu Metzingen ausgelegt. 

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