Bomben gegen Bienensterben

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Am 22.4.2018 war auch Greenpeace wieder auf dem Münsinger Kunst- und Gartenmarkt vertreten.

Diesmal mit vielen Infos rund um die Themen Artenvielfalt, Landwirtschaft und das zunehmende Sterben der Bienen.

Jene kleinen feinen Wesen, welche eine so große, aber meist unterschätzte Rolle in der Welt spielen, sind in großer Lebensgefahr!

Die industrialisierte Landwirtschaft mit ihrem großflächigen Pestizideinsatz auf riesigen Monokulturen bietet Bestäuberinsekten zu wenig Vielfalt, um sich ausreichend ernähren zu können, vergiftet ganze Bienenvölker und beraubt Wildbienen ihrer Rückzugsmöglichkeiten. Auch der Klimawandel setzt den Bestäubern heftig zu. Dabei sind Bienen für den Erhalt der biologischen Vielfalt und damit für ein intaktes Ökosystem extrem wichtig.

Ohne Wild- und Honigbienen, Schmetterlinge und andere Bestäuberinsekten müssten wir Menschen ein Drittel unserer Nahrung, darunter wichtige Gemüsesorten, Früchte, Nüsse und Gewürze, von Hand oder gar mithilfe von "Roboterbienen" bestäuben. 4.000 Gemüsesorten allein in Europa gibt es nur dank der fleißigen Bienen. Ohne ihre Leistung würden in der Lebensmittelproduktion massive Engpässe drohen.

Ein Verbot der gefährlichsten Pestizide ist also auch deshalb unbedingt notwendig; längerfristig gesehen braucht es außerdem eine radikale Neuausrichtung der Landwirtschaft. Naturbelassene Lebensräume und die Artenvielfalt innerhalb der Agrarlandschaft müssen gefördert werden. Denn wie heute die Landwirtschaft eine Katastrophe für die Bienen ist, so wird das Bienensterben in den nächsten Jahren zunehmend zur Katastrophe für die gesamte Agrarwirtschaft werden.

Um auf das Thema aufmerksam zu machen, gab es an unserem Stand auch die Möglichkeit, selber Samenbomben/"Seedbombs" zu kneten. Die Idee dazu stammt ursprünglich aus Japan und wurde im Konzept des "Guerilla Gardening" weiterentwickelt und verbreitet. Menschen, die Land begrünen und bepflanzen, welches ihnen nicht gehört, werden als Guerilla-Gärtner*innen bezeichnet. Egal ob auf brachliegenden Flächen, verlassenen Grundstücken, Parkstreifen oder Verkehrsinseln- überall soll Grünes und Buntes wachsen!

Die selbst gebauten Samenbomben auf ungenutzten Flächen auszuwerfen und somit mehr pflanzliche Vielfalt zu ermöglichen- dazu wollten wir die Menschen mit unserer Aktion ermutigen. Denn auch in Städten ist es wegen der Bodenversiegelung und monotonen Grünflächen für Wildbienen und Schmetterlinge oft schwer, Nahrung und Lebensräume zu finden.

Rezept Samenbomben: 1 Teil Samen (möglichst Wilblumensamen), 3 Teile torffreie Pflanzenerde, 5 Teile Lehmerde/Tonpulver/Tonerde, Wasser

Einfach alles vermatschen, Kugeln formen, trocknen lassen und auswerfen!

Weiterführende Links

Greenpeace Bye Bye, Biene?!