Arktisschutz ist Klimaschutz!

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"First they ignore you, then they laugh at you, then they fight you, then you win" Mahatma Gandhi

Am 28. September gab Shell bekannt, dass der Konzern seine Ölförderungspläne in der arktischen Tschuktschensee vor der Küste Alaskas bis auf absehbare Zukunft aufgeben wird. Was für ein großartiger Erfolg! Shell hatte bereits sieben Milliarden Dollar in diese klimapolitische Amokfahrt gesteckt, musste sich aber am Ende dem Widerstand von sieben Millionen Menschen beugen. So viele Unterschriften hatte nämlich allein Greenpeace gegen Ölbohrungen in der Arktis gesammelt. Neben der fraglichen Wirtschaftlichkeit des Unterfangens gab der Konzern als Grund an, dass die Reputation des Unternehmens unter dem massiven Protest gelitten habe.

Am 26. September hatten Aktivisten aus unserer Gruppe gemeinsam mit Aktivistinnen aus Tübingen an sechs Shell Tankstellen zwischen Rottenburg und Bad Urach gegen die Ölbohrungen in der Arktis protestiert. Die Aktion war Teil eines deutschlandweiten Aktionstages, an dem in 48 Städten Aktivisten Zapfsäulen und Werbetafeln mit Protest-Labeln beklebten und Kunden vor Ort über Shells Aktivitäten in der Arktis aufklärten. Mit Aufklebern wie „Die Arktis ist zu kostbar, um den Klimawandel weiter anzuheizen!“ konterten die Aktivisten den aktuellen Werbeslogan des Unternehmens, das Leben sei zu kurz, um Benzinpreise zu vergleichen. Vom Schmelzen des arktischen Meereises durch den Klimawandel zu profitieren um weiteres Öl zu fördern, ist schlichtweg eine klimapolitische Amokfahrt. Erst dieses Jahr hatten Wissenschaftler in einer im Fachmagazin Nature veröffentlichten Studie deutlich gesagt, dass die Ölreserven aus dem Arktischen Ozean im Boden bleiben müssen, wenn wir unter einem globalen Temperaturanstieg von 2 Grad Celsius bleiben wollen.

Statt der unverantwortlichen Ausbeutung der letzten Ölreserven in einer der letzten Wildnisse dieser Erde fordern wir einen rascheren weltweiten Ausbau der erneuerbaren Energien. Anfang der Woche hatte Greenpeace eine Studie vorgelegt, nach der die Welt ihren Energiebedarf ab 2050 vollständig mit Erneuerbaren Energien decken kann. Die dazu nötigen Investitionen würden mehr als kompensiert durch eingesparte Brennstoffkosten. Zudem würden bis 2030 weltweit Millionen neue Arbeitsplätze entstehen. Es ist an der Zeit, dass wir unsere Abhängigkeit vom Öl beenden und stattdessen zu einer globalen Energiewende kommen. Mit Shells Ausstieg aus deren Arktisprojekt ist ein erster Schritt getan. Nun muss die Arktis dauerhaft unter Schutz gestellt werden.

Bei der Aktion wurde für uns klar deutlich, wie wichtig der Widerstand gegen Unternehmen wie Shell ist. Mehrfach wurden die Aktivisten aggressiv verbal angegangen, ja sogar von einem Tankstellenmitarbeiter im Auto mit quietschenden Reifen verfolgt. Die unverhältnismäßige Reaktion auf den Shell Filialen zeigt, wie sehr offener und friedlicher Protest dem Konzern zusetzt.

Weiterführende Links

Studie in Nature zu fossilen Brennstoffen und Klimawandel
Die globale Energiewende ist machbar - die Energy Revolution Studie