Plastik in der Erms

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Im dritten Jahr reinigte Greenpeace Münsingen das Ermsufer in Bad Urach auf der selben Strecke wie schon die beiden Jahre zuvor. Unsere Aktion soll auf die Massen an Plastikmüll aufmerksam machen, die Jahr für Jahr in die Weltmeere gelangen. Denn die Erms transportiert ihre Fracht über Neckar und Rhein in die Nordsee. So gelangt achtlos weggeworfenes Konsumplastik aus dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb zum Beispiel in den Nationalpark Wattenmeer.

Müllsammeln über drei Jahre

Mit Erschrecken stellen wir fest. Die gesammelte Müllmenge kommt einer Naturkonstante gleich. Wie in den vergangenen zwei Jahren kam auch dieses Jahr wieder über ein Kubikmeter Müll zusammen. Und das auf einer lächerlich kurzen Strecke von gerade einmal 800 Metern.  

Bei den Reinigungsaktionen zeigt sich eindeutig, dass der eingetragene Müll lokalen Ursprungs ist. Nicht nur, dass Bad Urach der erste größere Ort am Gewässer ist, Müllmenge und -Art unterscheidet sich auch deutlich, je nachdem, welches Gewerbe sich am Bach befindet. Um nur einzelne Beispiele zu nennen: Einmalplastik-Tankhandschuhe finden sich massenhaft an der Böschung hinter der Shell Tankstelle und die unzähligen Coffee-To-Go-Becher, die sich hinter der Jet-Tankstelle finden, sind eindeutigen Ursprungs. Und die Folien für Elektrogeräte, die auf der Fotostrecke oben zu sehen sind, haben wir gleich neben einem Elektrogeschäft aus der Erms gezogen.

Nötige Konsequenzen

Am schlimmsten ist, dass sich vieles selbst bei bestem Willen gar nicht mehr entfernen lässt. Wind, Sonne und Strömung haben die Teile bereits so zersetzt, dass sie bereits am Flussursprung als Mikroplastik vorliegen. Dieses Plastik ist zu klein um herausgefiltert zu werden und wird die Plastikkatastrophe in den Ozeanen verschärfen. Mit Erschrecken haben wir gelernt, dass die Plastikverschmutzung der Weltmeere bei uns beginnt und ein nicht unerheblicher Teil aus der Biosphärenstadt Bad Urach stammt. Wir wollen nicht weiter zuschauen und fordern deshalb: Bad Urach muss sich um ein Müllkonzept für die Erms kümmern. Stadt und Gewerbetreibende müssen die Erms nachhaltig vor weiterem Mülleintrag schützen.  Wie das geht, dürfte jedem klar sein. So werden beispielsweise geeignete Müll-Behältnisse in ausreichender Anzahl benötigt, um den Müll geordnet zu entsorgen oder - besser noch - gar nicht erst entstehen zu lassen. Diverse plastikfreie Kommunen zeigen weltweit, dass so etwas möglich ist.

Das wollen wir für Bad Urach erreichen und werden wir uns deshalb dafür einsetzen, dass der Plastikmüll fortan aus der Erms verschwindet. Bei der nächsten Markungsputzete sollte es an der Erms anders aussehen!

Weiterführende Links

Artikel von Greenpeace über die Verantwortlichen der Plastikflut in den Weltmeeren
Weniger Plastik ist Meer
Liste mit Unverpackt Läden in Deutschland (whales.org)
Eine plastikfreie Gemeinde: Penzance in England (Artikel auf Englisch)